Fingerübungen und Tonleiterübungen
Chopin-Etüde Nr. 1, mit Fingersätzen für die linke Hand und Übungen
Klavierspielregeln
Über mich

www.piano-finger-exercises.site

Man sollte immer auswendig spielen. Aus Noten zu spielen ist so, als würde man einen Heiratsantrag von einem Blatt Papier ablesen.

Noten lesen ohne Klavier und Üben im Kopf ohne Noten und ohne Klavier sind gute Methoden, um sich die musikalischen und technischen Abläufe bewusster zu machen, und langfristig gegen musikalische Routine und technische Abnutzung. Wenn Sie ein Stück längere Zeit nicht gespielt haben, lesen Sie erst einige Tage lang wieder die Noten oder üben Sie es auswendig im Kopf.

Die Finger können dank ihrer Reflexe schneller sein als der Kopf, aber die Reflexe können sich abnutzen. Spielen Sie das Stück oder spielen Ihre Reflexe das Stück?
Spielen Sie nicht so schnell wie möglich. Spielen Sie lieber ein bisschen langsamer, aber dafür so kontrolliert wie möglich.

Zu intensives Üben kann die Hände kaputtmachen und wochenlanges, monatelanges Üben kann ein Stück kaputt machen. Hundert Wiederholungen in drei Wochen bringen mehr als hundert Wiederholungen an einem Tag.
Nach meiner Erfahrung ist es langfristig eine gute Regel, ein Stück abwechselnd einige Wochen lang zu üben und dann einige Monate lang liegen zu lassen. So kann man viele Stücke oft genug wiederholen, die Stücke können sich entwickeln und man hat ausreichend Zeit, um neue Stücke zu lernen.
Neue Stücke müssen natürlich mehr geübt werden, aber nicht hundertmal hintereinander. Üben Sie neue Stücke abwechselnd mit Stücken, die Sie schon können, z.B. so: neues Stück, altes Stück 1, altes Stück 1, neues Stück, altes Stück 2, altes Stück 2, neues Stück, altes Stück 3, altes Stück 3, neues Stück usw.

Die Klavierstunde ist kein Grund, eine Woche lang nur dafür zu üben.

Wochen oder Monate, in denen man nichts Neues gelernt hat, sind verlorene Zeit, die man nicht nachholen kann.

Etwas zu vergessen, weil man es nicht rechtzeitig wiederholt hat, ist verlorene Zeit, die man nicht nachholen kann.
(Aber wenn Sie sicher sind, dass Sie ein Stück nicht mehr spielen wollen, dann sollten Sie es auch nicht mehr spielen.)

Ausdruck und Technik sind wichtig, aber Klavierspiel sollte vor allem einfach, wahr und natürlich sein, mit möglichst wenig Ego.

Ausdruck ist nicht etwas, das man in ein Musikstück hineinpumpt, sondern jedes Musikstück hat einen innewohnenden Ausdruck, den Sie herausfinden und wiedergeben müssen.

Denken hat mit Bewusstsein zu tun und Musik hat mit Bewusstsein zu tun, aber Musik hat wenig mit Denken zu tun. Man kann Musik nicht erklären, aber man kann sich immer mehr bewusst machen, was in der Musik passiert und wie alles am besten zusammenpasst.

Man spielt nicht Klavier, um Punkte dafür zu sammeln, dass man die Anweisungen des Komponisten oder des Klavierlehrers befolgt. Ihre Fehler müssen Ihnen etwas ausmachen, und Sie sollten so spielen, wie es Ihnen richtig scheint. Nicht weil Sie es besser wissen, sondern weil Sie nur Ihr eigenes Bewusstsein haben.

Alles muss heute groß, stark, schnell und laut sein. Die meisten Klaviere sind zu laut, für kleine Räume, für "Kammer"-Musik eigentlich nicht geeignet.

Ein Musikstück beginnt nicht einfach mit einem Schnitt und hört nicht irgendwann auf mit einem Schnitt, sondern jedes Musikstück kommt aus der Stille und kehrt zur Stille zurück, wenn es Zeit ist.

Spielen Sie nicht "Klavier". Spielen Sie nicht für ein großes Publikum. Spielen Sie "für Elise" und seien Sie glücklich : )